24.12. - 29.12.2025 / Kapstadt
Mittwoch, 24.12.
Nach dem Frühstück bin ich gegen 09:30 Uhr losgefahren und habe mir am Cap Agulhas den südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents angeschaut.
Dann ging es auf der gleichen Straße wieder zurück und weiter nach Hermanus. Dieser Küstenort ist berühmt dafür, dass man vom Ufer aus Wale beobachten kann. Leider sind die Wale aber wohl eher zu einer anderen Jahrszeit dort - ich habe keinen Einzigen gesehen. Dafür gab es ein Softeis zur Stärkung, bevor es weiter nach Kapstadt ging.
Eigentlich wollte ich noch auf einen Weihnachtsmarkt in Kapstadt gehen. Da die Zeit aber schon so weit fortgeschritten war, bin ich direkt zum Hotel gefahren. Mann, war ich aufgeregt, als ich der Stadt näher kam, weil ich schon so viel über die Überfälle auf den Straßen (auch auf den Hauptstraßen) gelesen hatte. Aber es ist alles gut gegangen: um 15:20 Uhr bin ich auf den Parkplatz des The Glen Boutique Hotels gefahren. Ich hab ein Zimmer im alten Gebäude, aber im zweiten Stock mit Aussicht auf den Pool und das Meer bekommen.
Pünktlich um 17 Uhr stand mein reserviertes Uber vor der Tür. Ich hatte für heute Abend einen deutschsprachigen Weihnachtsgottesdienst mitten in der Stadt ausfindig gemacht, den ich besuchen wollte. Da man aber ja im dunklen nicht selbst fahren soll, hab ich mir ein Uber bestellt - die erste Uber-Fahrt meines Lebens. ;-) Der Fahrer war ganz nett, hat mir einiges zur Stadt erzählt und ist auf direktem Wege zur St. Martini-Kirche (deutsch evangelisch-lutherisch) gefahren. Dort bin ich über die Straße auf den Parkplatz gegangen und hab erstmal ein paar Fotos gemacht.
Da die Tür der Kirche noch zu war und nebendran einige Familien mit Kindern standen und sich unterhielten, war ich unschlüssig, wo ich hin muss. Als eine ältere Dame mit ihrem kleinen Auto an mir vorbei auf den Parkplatz fuhr, hab ich gedacht, ich frag sie einfach mal, als sie ausstieg. Die Frau hat sich sehr gefreut und mir gleich alles erklärt. Dann hat sie sich vorgestellt: Elke wohnt seit vielen Jahren (25?) immer ein halbes Jahr in Kapstadt, weil sie den deutschen Winter nicht mag. Auch sie ist heute Abend alleine unterwegs. Nachdem sie mir die Toiletten gezeigt hat, sind wir reingegangen und haben uns in der ersten Reihe einen Platz reserviert.
Um 18 Uhr fing der Gottesdienst dann an. Es war ein Chor dabei und die Pfarrerin (Miriam) hat eine tolle Predigt über Hesekiel gehalten. Ich war sooo froh, dass ich mich getraut hab, hier her zu kommen! Nach dem Gottesdienst hat mir Elke angeboten, mich zurück ins Hotel mitzunehmen, weil sie im gleichen Stadtteil (Sea Point) wohnt. Das hab ich natürlich gerne angenommen und so sind wir zusammen in ihrem alten Chevrolet Matiz (ohne Servolenkung) zurückgezuckelt. Ich hab noch gefragt, ob ich ihr dafür etwas geben konnte, aber sie wollte nichts annehmen. Da hab ich mich bedankt und hab ihr gesagt, dass sie heute mein kleines Weihnachtswunder gewesen ist (denn genau so hat es sich für mich angefühlt). Da hat sie sich sehr gefreut und ist weitergefahren.
Da ich noch kein Abendessen hatte, bin ich dann die Straße runter zu McDonalds gegangen. War ein seltsames Gefühl, da so allein an Heiligabend zu sitzen. Aber die Burger waren ok und ich war froh, überhaupt noch was bekommen zu haben.
Als ich zurück auf meinem Zimmer war, hab ich mit meinen Eltern telefoniert. Das war toll!
Später hab ich dann gemerkt, dass der Abfluss im Bad stinkt. Es war trotz offenem Dachfenster und Raumspray so unangenehm, dass ich es kaum ausgehalten hab. Hab dann die Tür geschlossen und hoffe, trotzdem schlafen zu können.
Donnerstag, 25.12.
Da der Geruch im Bad immer schlimmer wurde, habe ich an der Rezeption Bescheid gegeben und hab angeboten bekommen, dass ich das Zimmer wechseln kann. Zwar erst heute Nachmittag (weil es noch belegt war), aber das war ok.
Das Frühstück war toll: es gab einen Tisch voller leckerer Sachen, mit Macarons, einer Lachsplatte, richtigem Brot, frisch gepresstem O-Saft, vorbereiteten Müslischalen mit Joghurt… Ein Traum! Und dazu kann man sich jeden Tag ein warmes Frühstück von der Karte bestellen. Da gibts Waffeln, Eggs Benedict und vieles mehr. Wie gut, dass ich ein paar Tage hier bleibe - da kann ich alles ausprobieren. ;-)
Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, bin ich auf der Küstenstraße zum Boulders Beach gefahren und hab nicht schlecht gestaunt: anscheinend war ich nicht der Einzige, der zu den Pinguinen wollte… Überall parkten die Autos im Parkverbot entlang der Straße und als ich zu dem Parkplatz kam, den google mir angezeigt hatte, war er geschlossen. Ich hab dann einen anderen Parkplatz angesteuert, der allerdings recht einsam war - ob das Auto nachher noch da ist?
Bin dann über die gekennzeichneten Wege zum Eingang gegangen und hab den Eintritt bezahlt. Dann ging’s auf die erste Plattform und es war genau, wie ich es mir vorgestellt hatte! Man hatte einen tollen Blick auf die Pinguine und das Meer. Wahnsinn, den Tieren so nah zu sein und sie doch nicht zu stören. Es war natürlich viel los, aber das hat mir die Laune nicht verdorben. Bin dann auf die zweite Plattform gegangen und hab mir ganz viel Zeit gelassen.
Danach bin ich noch zum eigentlichen Boulders Beach weitergegangen, aber da war mir zu viel los. Zurück am Parkplatz war ich beruhigt: das Auto war noch da. Bin dann die Straße an der Küste noch weitergefahren und hab die spektakulären Aussichten genossen. Im Landesinneren ging es dann zurück.
Auf dem Weg zum Hotel war sehr viel Verkehr. Hab oft im Stau gestanden und war erst gegen 17 Uhr beim Hotel. Das neue Zimmer war wunderschön - genauso, wie ich es bei der Buchung ausgewählt hatte.
Freitag, 26.12.
Wie schon die letzten Tage war es auch heute sehr windig. Da bei Wind die Seilbahn zum Tafelberg nicht fährt, wollte ich mir heute das Kap der guten Hoffnung anschauen.
Die Fahrt dahin war mit ca. 1,5h angesetzt. Nach einer Stunde wollte ich in die Cape Point Road abbiegen und stand im Stau. Bis zum Eingangstor standen die Autos in der Schlange! Und da ich gehört hatte, dass heute am 2. Weihnachtstag sowieso überall viel los sein sollte, hab ich beschlossen, dass ich wieder umdrehe und zum Strand fahre. Hab dann den Tag am Strand verbracht und hab mich ausgeruht.
Samstag, 27.12.
Der Wetterbericht hatte für heute weniger Wind vorhergesagt. Das war DIE Chance, den Tafelberg zu besichtigen! Also hab ich mir den Wecker auf 07:00 Uhr gestellt und war um 09:00 Uhr an der Seilbahn-Station. Leider waren alle Parkplätze belegt, weshalb ich erst nach 20 Min. das Auto abstellen konnte. Der Parkplatz lag 1,4 km von der Station weg, also bin ich 20 Min. zurückgelaufen. Nachdem ich ein Ticket gekauft hatte, hab ich mich an der langen Warteschlange angestellt. Nach 3h und 15 Min. war ich dann endlich an der Reihe und durfte um 13:15 Uhr in die Gondel steigen.
Die Fahrt dauerte nur ein paar Minuten. Oben angekommen war die Aussicht atemberaubend. Ganz Kapstadt lag mir zu Füßen und man hatte einen guten Blick auf das Meer, den Signal Hill und den Lions Head.
Die Sonne hat geschienen und es waren nur einzelne Wolke, die angeweht kamen. Allerdings war der Wind ziemlich frisch. Bei der Sonne war das am Anfang aber garnicht so schlimm. Dummerweise hatte ich keine Jacke dabei, und so wurde es mit der Zeit immer kälter. Der Wind wurde stärker und nachdem ich noch kurz im Shop war wollte ich wieder runter fahren. Tja, das haben sich die anderen wohl auch gedacht: die Schlange zum runterfahren war ziemlich lang und der Wind wurde immer kälter. Rund um mich herum haben die Leute gefroren. Fast eine Stunde musste ich in windiger Kälte stehen, bis ich endlich wieder in die Gondel steigen und runterfahren konnte. Leider war auch unten der Wind ziemlich stark geworden, sodass mir weiterhin kalt war. Der Weg zum Auto zog sich, aber irgendwann war es dann in Sichtweite. Mann war ich froh, dass sich der Innenraum aufgeheizt hatte! Da bin ich dann endlich wieder aufgetaut.
Sonntag, 28.12.
Heute war mein letzter Tag in Kapstadt und ich wollte unbedingt noch das Kap der guten Hoffnung anschauen. Die Fahrt hat etwas länger gedauert, weil viel Verkehr war und unterwegs die Baboons auf der Straße saßen und frühstückten. Als ich an der Cape Point Road ankam, war die Schlange noch länger als am 2. Weihnachtstag. :-( Diesmal hab ich mich aber angestellt und als sie eine weitere Kasse aufmachten, war ich relativ schnell dran und konnte den Eintritt bezahlen. Nach der Kasse fuhren die Autos alle hintereinander her, bis es eine Abzweigung gab. Eine Straße führte zum alten Leuchtturm, die andere zu dem berühmten Schild. Da bin ich dann hin gefahren und hatte schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Aber: am Schild war kaum was los und auch ein Parkplatz war ohne Probleme zu finden.
Nach den obligatorischen Fotos bin ich den Wanderweg gegangen, der wieder ziemlich anspruchsvoll und anstrengend war. Aber oben an den Felsen angekommen war die Aussicht großartig! Das Meer war zu beiden Seiten zu sehen und etwas weiter hinten war ein traumhafter Strand in einer Bucht. Wahnsinn! Der Wind war immer mal wieder da, aber meistens war es gut zu gehen. Hab dann beschlossen, den Weg bis zum alten Leuchtturm weiterzugehen. Es hat ca. 1h gedauert, dann war ich da. Der Ausblick von dort war sogar noch besser! Und der Parkplatz war übervoll - ich war froh, dass ich das Auto unten stehen gelassen hatte.
Auf dem Rückweg sind mir dann noch ein paar Tiere begegnet: eine Antilopenart und ein paar Strauße - alle aber zum Glück weit weg vom Weg. Es hat ca. wieder 1h gedauert, bis ich am Auto war, weil ich die Aussicht genossen hab.
Den Nachmittag hab ich dann am Strand verbracht.
Montag, 29.12.
Heute habe ich das Frühstück nochmal ausgiebig genossen und hab mich danach in aller Ruhe fertig gemacht. Dann hieß es packen, auschecken und zum Flughafen fahren. Das war nochmal spannend, denn auch auf den Straßen zum Flughafen werden immer wieder Leute überfallen und ausgeraubt. Ich bin aber zum Glück gut angekommen und hab an der BP-Tankstelle ein letztes Mal den Tank gefüllt. Dann hab ich das Auto abgegeben und bin mit meinem Gepäck zum Emirates-Schalter gegangen. Zum Einchecken war es noch zu früh, also hab ich mir ein ruhiges Plätzchen gesucht und gelesen, bis es soweit war.
Mit ein bisschen Verspätung hob der Flieger dann gegen 19:00 Uhr ab in Richtung Dubai.


































