20.12. - 23.12.2025 /  Garden Route

Samstag, 20.12.

Die Nacht und das Frühstück waren wieder unspektakulär. Irgendwie bin ich froh, heute weiterfahren zu dürfen. Nach dem Frühstück hab ich meine Sachen zusammen gepackt, das Auto beladen und ausgecheckt. Auf dem Weg aus der Stadt habe ich noch bei einer Tankstelle gehalten. Zum einen, weil ich den Tank nochmal voll machen wollte, zum anderen aber, weil ich den Reifendruck kontrollieren lassen wollte. Nachdem alles gepasst hat, war das erste Ziel das African Dawn Wildlife Sactuary, wo gerettete Tiere ihren Lebensabend verbringen dürfen. Leider habe ich dort aber nur Pfaue gesehen, die über die Wege spaziert sind. Alle anderen spannenden Tiere waren nicht zu sehen. Es hab auch keine Beschreibung oder einen Plan, welches Tier wo zu finden ist. Ich hatte für den Besuch ca. 1 Stunde eingeplant. Nach einer halben saß ich aber schon wieder im Auto. Das ganze war mir irgendwie suspekt. 

Dann ging es weiter zum Tsitsikamma Nationalpark. Das Auto habe ich beim Storms River Mouth abgestellt und bin dann zu Fuß zu den Suspension Bridges gelaufen. Die Sonne war draußen und der Weg war wunderschön. Über Holzplanken ging es rauf und runter, bis man an der ersten Brücke angekommen ist. Ganz schön wackelig! Aber ich war mutig und bin drüber gelaufen. Dann die zweite und schließlich noch die dritte Brücke. War echt toll! Am Ende gab es noch einen kleinen Steinstrand, wo viele Einheimische ihre Fotos machten. Danach ging es über die Brücken wieder zurück zum Auto zurück. 

An der Mautstation auf der N2 habe ich ein paar Affen sitzen sehen. Einfach so an der Schnellstraße! Gekostet hat es nur R71 (= 3,50 €). Dann bin ich nach Plettenberg Bay gefahren, wo meine nächste Unterkunft liegt: das Guesthouse Franmarel.

Als ich ankam, wurde ich freundlich von Marinda (der Inhaberin) in Empfang genommen. Sie hat mir alles ausführlich gezeigt, inklusive dem Sherry, den es für den Sundowner gratis gibt. ;-) Ich hatte das blaue Zimmer, welches sehr schon am Ende der Terrasse lag und gemütlich ausgestattet war. Ich habe mich direkt wohl gefühlt.


Sonntag, 21.12.

Die Nacht war gut, aber ich war relativ früh wach. Bin dann ins Bad und hab mich fertig gemacht, weil ich für 08:00 Uhr das Frühstück bestellt hatte. Wow, war das ein lecker! Erst gab es einen Obstteller (geschälte Litchis, halbe Passionsfrucht, Wassermelone, Kirschen und Papaya) mit Joghurt. Dazu einen O-Saft und Kamillentee. Und dann wurde das „Plankie“ serviert: Rührei, Lachs, Avocado, Gurkenscheiben, Cabresesalat (Tomate Mozzarella) und Caesar-Salat (Eisbergsalat, Parmesan und Kerne, ohne Dressing). Alles hat hervorragend geschmeckt! Leider hatte ich es etwas eilig, weil ich heute zur Kirche wollte, deshalb musste ich den Toast ausfallen lassen und bin gleich ins Zimmer zum Zähneputzen.

Dann bin ich zur Plett Community Church gefahren und rechtzeitig vor dem 09:00 Uhr Gottesdienst angekommen. Mann, war da viel los! Der Gottesdienst war gut besucht und alles war sehr charismatisch. Zu Beginn wurde eine Familie verabschiedet, die zurück nach Österreich ziehen wird. Es kamen Leute nach vorne, um während des Betens die Hände auf die Personen zu legen, für die sie beteten. Die Personen im Publikum haben währenddessen ihre Hände nach vorne gestreckt in Richtung der Familie. Dann kam eine kurze Begrüßung und ein Lobpreisteil. 6 Leute machten Musik, und sie waren echt gut! Nur die Lieder waren etwas komisch - völlig nichts-sagend und in einer Art Dauerschleife. Alles wiederholte sich ziemlich oft, und die Menschen um mich rum hoben die Hände oder klatschten oder bewegten sich im Takt. Vorne hatte sogar eine Frau goldene Tücher mit, die sie im Takt der Musik mitschwenkte. Danach kam die Predigt, die für mich erstaunlich gut verständlich war. Und dann war der Gottesdienst 'schon' vorbei - nach 1,5 h.

Nach der Kirche bin ich zurück zur Unterkunft und hab mich umgezogen und eingecremt. Die Sonne war raus gekommen und sollte den restlichen Tag scheinen.

Dann bin ich zum Robberg Nature Reserve gefahren, wo ich eine Wanderung machen wollte. Der Rundweg führte zuerst an einen Aussichtspunkt, von wo aus man die ganze Bucht mit dem tollen Strand sehen konnte. Auch ein Shark Spotter saß dort und beobachtete das Wasser. Wahnsinn, dass es hier einfach weiße Haie im Wasser gibt! Dann bin ich weiter gelaufen. Der Weg war ziemlich anspruchsvoll, trotzdem habe ich für die große Runde entschieden - the Point mit 9,2 km Länge. Sollte doch zu machen sein, dachte ich. Nachdem ich die Abzweigung zur mittleren Route hinter mir gelassen hatten, kam ich mir aber plötzlich ziemlich einsam vor. Der Blick auf das Meer und die Robben war zwar toll, aber es war auch irgendwie unheimlich. Ständig war ich am Überlegen, ob ich nicht wieder umkehren sollte. Zwischendurch kam immer mal wieder eine heftige Windböe, und als ich dann vorne an der Spitze der Halbinsel ankam, war der Wind so stark, dass ich kaum Luft bekommen hab. Ich hab schnell meine Kappe in den Rucksack getan und hatte Mühe, dass mir der Wind nicht die Brille von der Nase oder das Handy aus der Hand weht. Gerade hatte ich beschlossen, dass ich umkehren würde, da hab ich weiter unten ein asiatisches Pärchen gesehen, welches wohl auch den Weg machen wollte und schon weiter war als ich. Das hat mir Mut gemacht und ich bin weitergegangen.  Jedes Mal, wenn ich dachte, der Weg könnte nicht schlimmer kommen, wurde er schlimmer. Es war unfassbar, über was ich da alles geklettert bin und wie viele Treppen oder Felsen ich hoch gekraxelt bin. Irgendwann war ich dann endlich wieder dort, wo der mittlere Weg rausgekommen wäre, und war erleichtert. Wahnsinn, diese Wanderung. Später war dann auch der Parkplatz in Sicht und ich war glücklich und stolz, dass ich es nach 3,5 h endlich geschafft hatte. Über 500 Höhenmeter zeigte meine Uhr an!


Montag, 22.12.

Das Frühstück war wieder sehr lecker. Danach hab ich in Ruhe gepackt und so um kurz vor 10 das Auto beladen. Zum Abschied haben Francois und Marinda mir noch eine kleine Tüte mit einem Snack in die Hand gedrückt, wo sie auf Deutsch etwas draufgeschrieben hatten - sooo lieb! Das nächste Mal muss ich unbedingt länger in dieser Unterkunft bleiben. Plett ist allgemein sehr schön und sicher. Hier könnte man es sich auch länger gut gehen lassen.

Obwohl das Ziel für heute Mossel Bay war, bin ich erst in die entgegengesetzte Richtung gefahren und hab mir das Jukani Wildlife Sactuary anschaut, wo gerettete Wildkatzen ein zuhause gefunden haben. Die Tour durch den Park hätte ich mir allerdings sparen können, weil es ziemlich warm war und alle Tiere sich entweder versteckt hatten oder irgendwo im Schatten lagen. Nur der Tiger lief vor dem Zaun hin und her - ob das ein gutes Zeichen ist, bezweifle ich allerdings...

Das Birds of Eden war da wesentlich interessanter: die angeblich größte Freiflug-Voliere der Welt war echt beeindruckend. Überall gab es etwas zu entdecken. Man konnte über Holzwege mal oben und mal unten durch die Anlage laufen. Es gab diverse Stationen mit Futter, wo sich die Vögel bedienen konnten und alles war sehr gepflegt.

Der nächste Halt war dann aufgrund von einer Empfehlung von Francois in Knysna am View Point Aussichtspunkt. Ich hab zum Glück schnell einen Parkplatz gefunden und bin dann die einzelnen Aussichtspunkte abgelaufen. Die Bucht von oben zu betrachten war echt genial! 

Dann bin ich weiter nach Wilderness gefahren und habe die „Map of Africa“ besucht. Auf der einen Seite konnte man in ein Tal mit einem Fluss schauen, welcher die Karte von Afrika symbolisieren sollte. Auf der anderen Seite konnte man aufs Meer schauen - echt toll!

Meine Unterkunft für heute war das Yadah Guesthouse. Dabei handelt es sich um ein Privathaus, in dem Zimmer vermietet werden. Das Haus war relativ neu und lag auf einem Berg mit einer tollen Aussicht. Das Zimmer war schön - trotzdem hab ich mich nicht sonderlich wohlgefühlt, weil ich das Gefühl hatte, als würden die Eigentümer auf ihre Gäste herabsehen. Aber war ja zum Glück nur für eine Nacht.

Dienstag, 23.12.

Der Eindruck von gestern setzte sich beim Frühstück fort, deshalb war ich froh, als ich um 10 Uhr weiterfahren konnte.

Leider war das Wetter bescheiden: Dunkle Wolken waren am Himmel und es regnete immer mal wieder. Der Weg nach Swellendam zog sich, weil immer wieder irgendwelche LKWs vor mir waren und die N2 meist einspurig war. Hinter Swellendam begann dann die Gravel Road Richtung De Hoop Nature Reserve. Sie war teilweise in einem so guten Zustand, dass ich 60 km/h fahren konnte. Gegen Ende wurde sie aber immer schlimmer und ich war froh, als ich die 55 km hinter mir hatte. Für nur R50 (= 2,60 €) Eintritt ging die Schranke auf und man konnte der Straße bis zum Parkplatz folgen.

Leider war das Wetter auch hier nicht besser. Die Wolken hingen tief und Regen war im Anmarsch. Das blödeste aber war, dass ich extra wegen der großen weißen Sanddünen hier war und die komplett abgesperrt waren - aus Naturschutzgründen. Wie toll, dass das im Internet nirgendwo zu lesen war, sonst hätte ich den Tag anders gestaltet und wär schon früher nach Kapstadt gefahren. Ich bin nur dem Weg runter bis zum Meer gefolgt und dann wieder zum Parkplatz zurück gegangen. Die ganze Fahrt war irgendwie umsonst. :-( Auf der Rückfahrt hab ich aber immerhin 2 Strauße gesehen. Der eine Stand fast auf der Straße!

Dann bin ich ohne weiteren Halt direkt nach Bredasdorp gefahren, wo meine nächste Unterkunft war.

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