13.11.2025 - Kolmanskuppe

In Lüderitz war es so kalt, dass ich nachts die Heizung im Zimmer anmachen musste. Trotz des Meeresrauschens konnte ich erstaunlich gut schlafen, war aber relativ früh wach. Zum Frühstück gab es einen Müsliriegel, da die Unterkunft keine Verpflegung angeboten hat. 

Heute ging es zuerst in die Geisterstadt Kolmanskuppe, was nur eine Viertelstunde von Lüderitz entfernt ist. Pünktlich zum Beginn der Führung bin ich um 09:30 Uhr auf den Parkplatz gefahren. Der Guide war ein Deutscher, der in Lüderitz lebt. Er hat sehr anschaulich Geschichten über die Entstehung des Diamanten-Rauschs und des Ortes erzählt. Leider war er nicht besonders fit und ging an einem Stock, weshalb er mehr erzählt und weniger gezeigt hat. Aber es war schon beeindruckend: Sie hatten dort um 1911 eine Lehrerin, einen Buchhalter, ein Krankenhaus, eine Schlachterei (Metzgerei), eine Eisfabrik, mehrere Einkaufsläden, einen Getränkeladen, eine Kegelbahn (die angeblich noch funktionstüchtig ist), ein Krankenhaus, Kühlschränke, Strom, Wasser… Der Guide war sich sicher, dass dies früher der modernste Ort in ganz Afrika war.

Nachdem sie aber irgendwann herausgefunden hatten, wo die Diamanten her kamen (es waren Spüldiamanten, die von Süden her die Küste entlanggespült wurden und nicht von einem Vulkan aus der Nähe stammten), stellte sich heraus, dass es weiter südlich viel mehr zu finden gab als in Kolmanskuppe. Teilweise konnte man im sogenannten Märchental sogar nachts die Diamanten im Mondschein glitzern sehen, weil sie einfach so verteilt an der Oberfläche lagen. Daraufhin sind viele der Menschen aus dem Ort mit samt ihrer Häuser in den Süden umgesiedelt. Zu Beginn des ersten Weltkrieges gab es in Kolmanskuppe nichts mehr zu holen und seit 1960 verfallen die Häuser so vor sich hin.

Nach der Führung hab ich mir die einzelnen Gebäude etwas näher angeschaut. Die Häuser mit dem Sand in den Räumen haben mir am Besten gefallen.

Um 11:15 Uhr ging es dann (eigentlich viel zu spät) weiter: ich musste heute bis nach Sesriem fahren. Angegeben war die Fahrzeit mit fast 6 Stunden, ich hab im Endeffekt aber fast 7 gebraucht. Diesmal war es nämlich anders als die Tage davor: 117 km der Straße waren geteert, 336 km waren Gravel Road. Und was für eine: ich wurde zwischendurch ziemlich durchgeschüttelt und musste die Geschwindigkeit von 80 auf 60 bzw. teilweise 40 anpassen. Die Straßen waren bis zum Horizont sichtbar und nahmen gefühlt kein Ende. Als ich näher ans Ziel kam, wurde das Wetter immer schlechter, bis ich Blitze in den Bergen einschlagen gesehen habe. Und da sollte ich durchfahren? Mann, war mir mulmig zumute. Generell fühlt sich ein Gewitter in der Wüste anders an, wenn man der höchste Punkt weit und breit ist. Aber zum Glück zog das Gewitter schnell weiter und ich habe nur den Wind und den Regen abbekommen. Hätte weitaus schlimmer sein können.

Gegen 18 Uhr bin ich dann endlich im Desert Quiver Camp angekommen. Nach dem CheckIn, wo man mir erklärte, dass ich nichts draußen liegen lassen sollte, weil es sonst die Schakale stehlen würden, bin ich zu meinem Haus gefahren, welches sich ganz am Ende des Camps befand. Als ich die Tür aufschloss, sah ich im Eingangsbereich überall Sand und Wasser stehen. Also zurück zur Rezeption und beschwert. Ein netter Herr kam dann vorbei und hat das Zimmer behelfsmäßig gesäubert. Er meinte, es hätte einen heftigen Sturm gegeben, welcher den Sand und das Wasser ins Zimmer gedrückt hätte. Na, das fing ja schonmal gut an…

Als ich zum Auto ging, hab ich die Schakale neben meinem Haus herlaufen sehen. Direkt vor meiner Tür! Anschließend ging es dann in die 4 km entfernte Sossusvlei-Lodge zum Abendessen. Es gab Buffet mit kalten und warmen Speisen. Leider wurden die Gäste der anderen Unterkünfte draußen auf die Terrasse gesetzt. Es war schon dunkel und man konnte kaum sehen, was man auf dem Teller hatte. Und überall waren Mücken und andere Tiere, die angeflogen kamen…

Im Zimmer war es allerdings nicht besser: es gab Grashüpfer, Mücken, Motten und anderes Fliegzeug und ich hab mich gefragt, wie ich diese Nacht überstehen sollte. Aber ich war so müde von der anstrengenden Fahrt, dass ich gleich eingeschlafen bin.

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