12.11.2025 - Fish River Canyon

Leider war es nachts ein meinem Zimmer unglaublich heiß. Ich bin zwar eingeschlafen, bin aber mitten in der Nacht aufgewacht und konnte einfach nicht mehr einschlafen. Es blieb mir nichts anderes übrig, als die Klimaanlage einzuschalten. Hoffentlich bekomme ich deshalb jetzt keine Erkältung (bin da etwas empfindlich), aber anders war es nicht auszuhalten.

Nach dem Frühstück habe ich ausgecheckt und bin Richtung Fish River Canyon gefahren - der eigentliche Grund, warum ich überhaupt hier übernachtet hatte.

Über eine schlechte Gravel Road ging es zuerst zu einem Aussichtspunkt. Der Canyon war sehr beeindruckend! Unten war sogar ein bisschen Wasser zu sehen. Das scheint dann wohl der Fish River zu sein. Dann bin ich noch ein bisschen weiter der Straße nach rechts gefolgt und habe neben einem anderen Auto angehalten. Dort lag der Canyon ohne Geländer vor mir - ein wahnsinnig toller Ausblick!

Danach ging es wieder zurück Richtung Teerstraße. Die ca. 100 km Gravel Road bis dahin ließen sich gut fahren. Auf der Teerstraße angekommen wollte ich wieder an der nächsten Tankstelle den Reifendruck erhöhen. Nur leider war weit und breit keine Tankstelle in Sicht, weshalb ich dann die restlichen 300 km bis nach Lüderitz mit zu niedrigem Reifendruck gefahren bin.

Dort angekommen bin ich erstmal zur Unterkunft gefahren: dem Cormorant House. Das Zimmer liegt direkt am Meer und hat einen wunderschönen Balkon. Ich wurde an der Rezeption freundlich gegrüßt und habe mein Zimmer bezogen.

Dann bin ich mit dem Auto zurück zum Ort gefahren und wusste an der Tankstelle schnell, dass das mit der Sicherheit hier im Ort etwas schwieriger war: überall lungern irgendwelche seltsamen Gestalten rum und die Jugendlichen quatschen jeden an. Selbst an der Tankstelle war man vor ihnen nicht sicher! Ich ließ also Volltanken und hab darum gebeten, dass sie den Luftdruck für mich prüfen und erhöhen. 

Dann habe ich die Felsenkirche gesucht und gefunden, war aber zu früh dran. Deshalb bin ich erstmal noch zum Spar gefahren, dem einzigen Supermarkt hier und wollte Wasser kaufen. Aber nachdem mich ein Junge mit Weste auf einen freien Parkplatz eingewiesen hatte, haben sie sich mehrere Personen darum gestritten, wer mich abzocken durfte. Das war mir dann zu bunt, deshalb hab ich gleich wieder ausgeparkt und hab das Auto um die Ecke abgestellt. Zu Fuß war es wesentlich einfacher, an den ganzen Gestalten vorbeizukommen und in den Supermarkt zu gehen. Als ich wieder herauskam, hab ich alle abgewimmelt, die mich angesprochen haben und bin anders herum um den Block zu meinem Auto zurückgegangen. Sehr unangenehm!

Danach bin ich wieder zur Felsenkirche gefahren, die zwischenzeitlich geöffnet hatte (jeden Tag nur eine Stunde, im Sommer von 17-18 Uhr). Die Fenster waren toll und wirkten durch die Sonne sehr bunt. Im Eingangsbereich saß ein Mann, der mir auf deutsch ein bisschen was zur Kirche erzählt. Grundsteinlegung war 1911 und innerhalb von nur 9 Monaten war sie fertig. Alle Materialien stammen aus Deutschland und wurden per Schiff nach Lüderitz transportiert. Das ging wesentlich schneller, als die Sachen aus Namibia kommen zu lassen, da das Schiff wohl nur 1 Monat pro Strecke von Deutschland aus unterwegs war. Die Zugverbindung innerhalb des Landes war dagegen sehr mühsam, weil die Strecke immer mit Sand zugeschüttet wurde und man dann mit Schaufeln versuchen musste, sie wieder freizulegen.

Anschließend habe ich mir zu Fuß noch das Görke Haus von außen angeschaut - sehr imposant. Zurück am Auto bin ich dann zum Restaurant „Essenzeit“ gefahren. Dort traf ich das Pärchen wieder, die gleichzeitig mit mir angereist und ihr Auto abgeholt hatten. Sie haben mich zu sich an den Tisch eingeladen und wir haben uns nett unterhalten. Morgen früh wollen die beiden sich Kolmanskuppe anschauen. Da sehen wir uns dann wahrscheinlich wieder. :-)

Danach bin ich mit dem Auto zurück zur Unterkunft gefahren und habe auf dem Balkon mit Meerblick den Abend ausklingen lassen.

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