09.11.2025 - Kirchenbesuch und Night Game Drive
Nach ca. 9 Stunden Schlaf bin ich gegen 06:30 Uhr aufgewacht und habe mich fertig gemacht. Dem Bauch ging es zum Glück wieder besser, also hab ich meine Sachen gepackt, ausgecheckt und mich vor das Restaurant gesetzt, bis es um 08:00 Uhr geöffnet hat. Dort habe ich dann erstmal in Ruhe gefrühstückt. Es gab einen Smoothie und Eggs Benedict - war geschmacklich ok.
Anschließend bin ich zur Christuskirche gefahren, einem Wahrzeichen von Windhuk. Ich hatte meinen Abreisetag extra so ausgewählt, dass ich dort am Sonntag in den deutsch-sprachigen Gottesdienst gehen konnte. Gerade angekommen wurde ich sofort von einem „Parkplatzwächter“ angesprochen: Er wollte mir einen Schlüsselanhänger verkaufen und würde auf mein Auto aufpassen. Gegen 09:30 Uhr machte die Kirche auf und ich bin rein und hab Fotos gemacht. Der Gottesdienst begann um 10:00 Uhr und war gut besucht. Der Pfarrer hatte sich als Thema für den Tag „Segen“ ausgesucht - wie passend für meine Reise. Und als wir dann aus einem Körbchen einen Segensspruch ziehen durften, konnte ich mein Glück kaum fassen. Gezogen hab ich: Segen für Lebensweg und Neubeginn „Der Herr sei mit Dir, wenn Du gehst, er segne Dich, wenn Du zurückkommst. Er begleite Dich auf Deinen Reisen, er segne die Straße und ihre Tücken.“ Also genau das, was ich in dem Moment gebraucht hab.
Nach dem Gottesdienst hab ich mich dann noch kurz mit dem Pfarrer unterhalten. Er kommt aus der Nähe von Ulm - wie klein doch diese Welt ist. Anschließend hab ich noch die Jugendarbeit unterstützt und 3 Lose gekauft. Das Mädel, was sie verkauft hat, hat sich sehr gefreut. Dann hab ich mich noch mit einem älteren Herren unterhalten, der schon seit 1967 in Namibia lebt. Als der Parkplatzwächter dann wiederkam und mir den Schlüsselanhänger für 100 N$ (ca. 5 €) verkaufen wollte, meinte der Herr, dass das viel zu teuer sei. Also hab ich ihm einen 50 N$-Schein in die Hand gedrückt und den Anhänger mitgenommen. 10 N$ hätte ich ihm eh fürs aufpassen geben wollen - das macht man hier wohl so.
Dann bin ich tanken gefahren und habe beide Tanks (jeweils 80 Liter) voll machen lassen. Hier wird man von Tankwarten bedient und ich konnte am Auto mit Karte zahlen. Anschließend bin ich noch zur Maerua-Mall gefahren und hab noch mehr Wasser gekauft - sicher ist sicher. Und dann ging’s auf Richtung Mariental.
Der Weg zur Lodge hat ca. 3,5 h gedauert und war ziemlich abenteuerlich. Die ersten 220 km war die Straße geteert. Dann ging es auf eine Gravel Road (ca. 25 km) und ich habe vorschriftsmäßig die Luft in den Reifen auf 1,8 bar gesenkt. Man darf wohl 80 km/h auf diesen Straßen fahren, aber mehr als 60 km/h hab ich mich nicht getraut. Dann sagte Google, ich sei am Ziel (nach ca. 25 km), aber es war weit und breit nichts zu sehen. Also bin ich weitergefahren und irgendwann tauchte rechts ein Eingangstor mit dem Namen der Lodge auf. Dort war ich bereits angemeldet und wurde freundlich empfangen. Die restlichen 3 km ging es dann auf roten Sandpisten zur Lodge. Unterwegs habe ich einen Strauß gesehen, aber ich hab mich nicht anzuhalten getraut.
Bei der Lodge gab es dann zur Begrüßung einen alkoholfreien Sekt. Dann hab ich eingecheckt und mir wurde das Anwesen gezeigt: Es gibt einen kleinen Pool, der gleich neben meinem Zimmer liegt. Das Zimmer ist superschön und groß. Als ich wieder nach draußen ging, hab ich gesehen, dass nebenan ein Gast auf der Terrasse war: ein Zebra. Es ist dann später auch an den Pool gelaufen, zusammen mit einem Esel. Sachen gibts…

Abends gab es dann Dinner am Lagerfeuer unter freiem Himmel. Das war echt ein Erlebnis! Es war eine total gemütliche Atmosphäre und die Bedienung war sehr freundlich. Vor- und Nachspeise konnte man auswählen, den Hauptgang gab es am Büffet. Als Vorspeise hatte ich Kudu Bobotie und als Nachspeise warmen Apfelkuchen mit Vanille-Eis. Beim Hauptgang hab ich freiwillig den Fisch probiert und Blumenkohl gegessen - das sagt glaub alles zur Auswahl. ;-)
Um 20:30 Uhr startete dann der Night Drive, den ich zuhause bereits reserviert hatte. Zusammen mit 2 anderen Deutschen ging es zuerst auf die andere Seite der Gravel Road, um 2 weitere Personen abzuholen. Dann sind wir 1,5 h im dunklen über Sandpisten gebrettert und der Fahrer hat mit einer handgehaltenen Lampe Bäume und Büsche nach Tieren abgesucht. Gefunden haben wir aber nur wenige Tiere. Die Highlights waren ein Stinktier, ein Gecko, Oryxe und Springböcke. Auf einer Düne durften wir dann aussteigen und haben unter einem wahnsinnig tollen Sternenhimmel Amarula getrunken. Ja, auch ich hab einen kleinen Schluck probiert! :-) Schmeckte garnicht schlecht und hat zur Situation gepasst. Dann haben wir die 2 Personen wieder zurück zum Farmhouse gebracht und sind zur Lodge zurückgefahren.













