10.01. - 11.01.2026 / Ranthambore National Park

Samstag, 10.01.

Die Nacht war ok und ich bin relativ gut aus dem Bett gekommen. Bin dann zum Frühstück und habe eine nette Amerikanerin getroffen, die mit ihrem Mann und einem anderen Pärchen mit der gleichen Reiseagentur unterwegs war wie ich. Sie fragte mich, ob ich mich dazu setzen wollte und wir haben uns noch ein bisschen unterhalten, bis sie um 9 Uhr los mussten. Wir würden uns im nächsten Hotel wiedersehen, haben wir gemerkt. Ich hab mir das Frühstück noch schmecken lassen (Käse-Omelette und Buttertoast) und bin dann aufs Zimmer zum packen und fertig machen.

Um 09:45 Uhr wurde ich von Sanjay abgeholt. Er fragte mich, ob ich Lust hätte, einen süßen Lassi zu probieren. "Ja", meinte ich, und schon hielten wir an einem Laden an, der keine Scheiben hatte. Sanjay meinte, dass das ein berühmter Ort sei, den auch der Lonelyplanet empfehlen würde. Wir sind dann hin und er hat 2 Lassi bestellt. Serviert wurden sie in einem Tonbecher und garniert mit etwas, das aussah, wie Haut auf der Milch, wenn man sie kocht. Ich schaute wohl ziemlich skeptisch, jedenfalls meinte Sanjay dann, dass das alles hygienisch sei und ich es gern probieren könnte. Das tat ich dann auch und es war überraschend lecker! Die „Haut“ war keine richtige Haut und man konnte sie mit einem Holzsstäbchen auslöffeln. Den Rest konnte man trinken. Hat geschmeckt wie süßer Joghurt. Als ich leergetrunken hatte, fragte ich, wo ich den Becher hinbringen könnte. Der wird weggeworfen, meinte Sanjay. Jeder bekommt einen neuen Becher, deshalb sei es ja auch hygienisch. Wahnsinn…

Danach gings los. Als wir aus Jaipur draußen waren, hielten wir beim Affentempel. Sanjay ließ mich reingehen und meinte, ich könnte mir ruhig Zeit lassen. Das tat ich dann auch, aber irgendwie fand ich die Anlage ziemlich unheimlich. Der Eintritt war zwar kostenlos, aber es war so wenig los, dass ich schon dachte, wo ich hier gelandet bin. Dann hat mich noch eine Frau in einem orangenen Sari in einen Tempel reingewunken. Ich musste die Schuhe ausziehen und sollte mitkommen. Dann hat sie mir ein bisschen was gezeigt und wollte anschließend natürlich Geld für ihre „Führung“. Sehr gruselig. Aber meine Schuhe waren noch da und als ich sie wieder an den Füßen hatte, hab ich ihr umgerechnet einen Euro gegeben. Mit weiteren Reisenden hat sie es wohl ähnlich gemacht - jedenfalls hab ich sie dabei beobachtet, wie auch andere versucht hat, in den Tempel zu locken.

Bin dann noch weiter den Berg hoch gegangen und habe mir die 3 Seen angeschaut, von denen Sanjay vorher gesprochen hatte. Die vielen Affen überall waren mir jedoch nicht ganz geheuer, deshalb bin ich dann relativ schnell wieder zurück gegangen.

Dann bin ich zum Auto zurück und wir sind weitergefahren. Gegen 13:40 Uhr haben wir an einem Restaurant angehalten, wo ich das mit Abstand ekligste Mittagessen auf der Reise hatte. Ich hatte Malai Kofta mit cremiger Tomatensoße bestellt. Bekommen hab ich irgendwelche undefinierbaren Teile in einer gelblichen Soße. Hab das meiste zurückgehen lassen. Als ich zurück am Auto war, meinte Sanjay, dass ich das nächste mal etwas anderes bestellen solle. Malai Kofta wär wohl nicht das richtige für mich, weil ich mich schon das zweite Mal darüber beklagt hatte. Vielleicht liegt es aber auch einfach an den Restaurants, an denen wir anhalten, dachte ich.

Danach gings weiter nach Sawai Madhopur ins Hotel Raj Palace. Das angebliche 4-Sterne-Hotel war typisch indisch. Dann haben sie mir mein Zimmer gezeigt: H-5 lag in einer Hausecke, hatte keine Fenster, war groß und eiskalt. Bin dann erstmal rein und hab mir einen Heizlüfter bringen lassen. Dann hab ich Fotos gemacht und bin raus, weil es draußen wärmer war als drinnen. Am Pool hab ich die Amerikanerin von morgens getroffen. Sie fragte mich, ob ich jetzt in Raum H-5 sei. Ja, bestätigte ich. Da wären sie eben bereits ausgezogen, weil es ihr zu kalt sei und nach Schimmel riechen würde. Sie hätte bei Jawahar angerufen und sich beschwert. Der hätte daraufhin mit der Rezeption diskutiert und dann hätten sie umziehen können. Das jetzige Zimmer würde ihr besser befallen. Sie würde mir empfehlen, ebenfalls zur Rezeption zu gehen und nach einem anderen Zimmer zu fragen. Da ich schon länger mit dem Gedanken gespielt hatte, hab ich das dann zum Anlass genommen und habs tatsächlich gemacht. Sie waren überrascht, haben mir aber ein anderes Zimmer gezeigt. Das war in einem anderen Gebäude im ersten Stock. Die Treppe dorthin war nicht sehr vertrauenserweckend und wackelte, als wir hoch gingen. Das Zimmer war aber ok. Als wir mein Zeug holen wollten und auf dem Rückweg waren, zeigte er mir dann noch das Zimmer D-8, was im Erdgeschoss lag. Das fand ich besser, obwohl es dunkel und nicht gerade sauber war. Das Bad hätte dringend renoviert werden müssen. Aber mir wars egal. Hab mich dann erstmal eingerichtet und den Heizlüfter angeworfen. Es wurde schnell warm und so konnte ich mich einigermaßen wohl fühlen.

Abends bin ich dann noch ins Restaurant gegangen und wollte Abendessen. Sie hatten Buffet. Das fand ich interessant und habe von vielen Gerichten ein bisschen probiert.


Sonntag, 11.01.

Für heute waren 2 Tiger-Safaris geplant, deshalb klingelte um 05:30 Uhr der Wecker und um 06:20 Uhr war ich bereits auf dem Weg zur Rezeption, wo ich um 06:30 Uhr abgeholt werden sollte. Die anderen, die früher abgeholt werden sollten, standen noch da und warteten. Sie gaben mir den Tipp, dass man sich vorne an der Einfahrt eine Decke geben lassen kann. Die hab ich mir dann schnell geholt und als ich wieder zurück kam, war mein Guide schon da. Er nahm mich mit zur Straße und dort wurden wir von einem Jeep ohne Dach eingesammelt. Mann, war das kalt heute Morgen! Das Handy zeigte 8 Grad an, und ich fuhr mit einem Cabrio Jeep durch die Nacht. Wir haben dann noch 4 andere Frauen eingesammelt, sodass wir insgesamt 5 Gäste waren.

Dann fuhren wir zum Eingang des Ranthambore National Parks, wo viele andere Fahrzeuge standen. Irgendwann durften wir weiterfahren und sind zur Zone 5 gefahren. Der Park hat insgesamt 10 Zonen und man bekommt pro Fahrzeug eine zugelost, die man nicht verlassen darf. Wir fuhren nur auf den Straßen hin und her und haben ein paar Hirsche und anderes Wild, Affen und Pfaue gesehen. Der Park war schön, aber es war trotz Decke, Schal und Mütze war es ziemlich kalt. Wir haben ein paar Mal angehalten und gelauscht, ob irgendwo Warnrufe zu hören sind. Der Guide hat manchmal was gehört, wir Gäste aber nicht. Gefunden haben wir nichts. Irgendwann haben wir angehalten und ca. 30 Min. gewartet, ob der Tiger nicht evtl. aus einer anderen Zone zu uns herüber kommt. Natürlich kam er nicht, die Chance lag laut Guide auch nur bei 1 %. Dann sind wir Richtung Ausgang gefahren und bei den Toiletten haben wir angehalten. Die beiden aus der letzten Reihe und ich stiegen ab und gingen auf die Toilette. Ich war gerade beim Händewaschen, da rief mir der Guide zu, dass ich mich beeilen soll, wir müssten weiter. Jemand habe einen Tiger gesehen, aber der sei ziemlich weit weg. Also sind alle wieder aufgestiegen und wir sind mit einem Affenzahn in die selbe Richtung gefahren, aus der wir gekommen sind. Es war eine ziemlich holprige Angelegenheit und sicher schien mir das ganze auch nicht zu sein, weil der Fahrer manchmal ziemlich seltsam fuhr. Aber am Ende hat sich die Eile gelohnt: wir haben tatsächlich einen Tiger gesehen! Zwar lag er am anderen Hang unter einem Baum und das Fotografieren war schwierig, aber ich hab es trotzdem geschafft.

Um die Kamera rauszuholen war keine Zeit, weil wir nur wenige Sekunden hatten, um die Fotos zu machen. Der Guide hat richtig Druck gemacht, weil wir bis um 10:30 Uhr den Park verlassen haben mussten, sonst würde es Strafe kosten - und es war schon 10 Uhr! Also sind wir genauso schnell wieder zurück gefahren und haben es gerade noch so rechtzeitig aus der Zone rausgeschafft.

Zurück am Hotel hab ich gefrühstückt und mich auf dem Zimmer ausgeruht.

Um 13:30 Uhr war dann die nächste Safari. Ich also wieder zur Rezeption und vorne eine Decke geholt. Da hab ich die Amerikanerin getroffen. Sie war 'not amused' über die Vormittagssafari und wurde nachmittags auch schon wieder nicht pünktlich abgeholt. Ich dagegen schon: ein Guide fragte mich nach meinem Namen und nahm mich mit zur Straße. Dort fuhr dann ein Canter vor: eine Art oben offener Bus mit 20 Gäste-Plätzen. Ein spanisches Pärchen saß schon drin und ich suchte mir einen Platz. Danach wurde ein Hotel nach dem anderen angefahren und alle, die zustiegen, waren Inder. Irgendwann meinte der Guide, dass sich von den Männern jemand neben mich setzen müsse, weil noch ein Pärchen einsteigen wollte. Das tat dann auch einer - aber nur widerwillig. Dann ging die Fahrt los. Diesmal ging es in Zone 3. Die hatte mehr Wald und einige Seen, aber irgendwie viel weniger Tiere. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die Inder im Bus keine Ruhe hielten. Sie waren immer am quasseln und selbst, wenn das Fahrzeug anhielt um auf die Warnrufe zu hören, hörten sie nicht auf. Im Gegenteil: einer schaute sich sogar noch ein paar Reels an - natürlich mit voll aufgedrehtem Lautsprecher! Unfassbar… Da hätte ich mich als Tiger auch nicht gezeigt. Außerdem spuckte er alle 30 Sekunden aus dem fahrenden Fahrzeug. Die Fahrt zog sich ziemlich, weil ich echt genervt war von der Situation, aber was sollte ich machen. Irgendwann wars dann zum Glück vorbei und es ging zurück zum Hotel.

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