14.12. - 17.12.2025 / Die Big 5 und andere

Sonntag, 14.12.

Eigentlich ist der Ablauf hier in der Lodge jeden Tag wie folgt:

Demnach klingelte der Wecker um 04:50 Uhr und das erste, was ich wahrgenommen hab, war der starke Regen, der auf das Dach und gegen die Scheiben prasselte. Nach dem Aufstehen hab ich rausgeschaut und gemerkt, dass draußen überall das Wasser stand. Die Morgen-Safari musste also leider ausfallen.

Irgendwann mittags hatte es dann aufgehört zu regnen, sodass die Nachmittagssafari stattfinden konnte. Gesehen haben wir allerdings nicht so viel: mehrere Mistkäfer, Impalas und 5 Löwen. Das wars. Die Luft war eher kalt und die Wege sehr schlammig, sodass wir ein paar Mal Probleme hatten, die Hügel rauf zu kommen. Aber Sibu war ein guter und sicherere Fahrer, sodass wir gegen 19:30 Uhr wieder wohlbehalten in der Lodge ankamen.


Montag, 15.12.

Heute Morgen war das Wetter besser. Ich war zwar noch ziemlich müde, war aber zum Wake-Up-Call um 05:30 Uhr wach und hab gegen 05:50 Uhr das Zimmer verlassen. Sibu wartete schon auf mich und ging gleich los, um das Gewehr zu holen (nur für die Sicherheit). Neben dem Essensbereich waren Kudus am Grasen - mitten in der Lodge! Na, das fängt doch schonmal gut an.

Zuerst haben wir Gnus gesehen und dann einen Lilac-Breasted-Roller (ein bunter Vogel). Das Highlight des Morgens waren die Nashörner, die plötzlich mitten auf der Straße lagen und sie blockierten. Eine Giraffe haben wir auch noch gefunden, dann ging’s wieder zurück zum Frühstück.

Um 16:30 Uhr ging dann die Nachmittagssafari los. Ausnahmsweise hat uns ein Mann begleitet, der bei SANparcs arbeitet und auch bei den privaten Reservaten die Rifles (Gewehr, was man zur Verteidigung mitnimmt), wartet und repariert. Er war zufällig in der Lodge und hat angeboten bekommen, an einer Safari teilzunehmen. 

Sibu und Phius sind mit uns diesmal in den Süden des Parks gefahren und haben uns zuerst die Nilpferde gezeigt. Und dann war es endlich soweit: sie hatten einen Leoparden gefunden! Wir konnten ihn einige Zeit beobachten - was für ein tolles Erlebnis! Zum Abschluss gab es noch einen schönen Sonnenuntergang und dann ging es zurück.

In der Lodge wartete ein leckeres Abendessen unter Sternenhimmel auf uns. Sibu und ich saßen neben dem Lagerfeuer und haben es uns schmecken lassen.


Dienstag, 16.12.

Heute haben die beiden mir die Wasserbüffel gezeigt. Mann, sind die groß! Danach sind wir einer Giraffe begegnet. Dann kamen Geier, Warzenschweine, ein Zebra, ein Elefant und Baboons (Affen). Auf dem Rückweg zur Lodge lag ein Nilpferd direkt neben der Straße in einem Wasserloch und hat gezeigt, wie schnell es sein kann. In einem Moment war es drin, im Nächsten stand es schon daneben. Zum Glück ist es auf der anderen Seite rausgegangen. Und dann standen fast neben dem Eingang zur Lodge noch zwei Elefanten im Gebüsch.

Der Nachmittag war am Anfang recht langweilig. Erst sind wir zu einem See gefahren, wo ein Krokodil drin war. Man sah allerdings nur ziemlich weit entfernt ein paar Augen rausschauen - für Bilder nicht geeignet. Dann haben die beiden einen Löwen gesucht und gefunden. Allerdings lag er in Mitten eines Busches und man konnte nur 2 Pfoten sehen. Außer Zwergmangusten haben wir dann noch fliegende Termiten gesehen. 

Nach 2 Stunden haben wir auf einer Lichtung angehalten und den Sonnenuntergang angeschaut. Er war traumhaft und das Ginger Ale schmeckte heute irgendwie besonders lecker. Dann aber hörten wir, dass die Geräusche der Tiere um uns herum sich geändert hatten. Anscheinend warnten die Mangusten einander, und auch die African Chicken hatten mit eingestimmt. Sibu und Phius waren sich einig: da kommt ein Leopard! Und wir standen VOR dem Auto… Schnell wurde alles zusammengepackt und ich bin panisch mit samt dem Glas aufs Auto gestiegen. Phius hatte noch nicht mal Zeit, um seine Lampe einzustecken, so schnell fuhren wir los. Und dann sahen wir ihn: er spazierte mitten über die Straße und markierte seelenruhig ein paar Stellen am Wegesrand. Was für ein tolles Gefühl, einem Leoparden so nahe zu sein. Und wir waren das einzige Auto weit und breit! Sibu hat die Sichtung zwar immer wieder durch den Funk gegeben, aber die anderen hatten wohl auch einen gefunden oder waren zu weit weg. Da hatte sich die Ausfahrt also doch noch gelohnt!

Beim Abendessen fragte Sibu mich, was ich mir für meine letzte Safari morgen früh wünschen würde. Ich sagte, ich wüsste es nicht so genau, aber Giraffen und Elefanten wären nochmal schön. Bin gespannt, ob er möglich macht.

Auf dem Zimmer angekommen hab ich mich im Bad fertig gemacht und hab mich ziemlich erschrocken, als ich nach draußen geschaut hab: in der Außendusche war eine große Spinne. So groß und haarig, wie ich noch nie eine gesehen hatte. Zum Glück war die Schiebetür zu, aber der Fluchtreflex war trotzdem zu spüren. Aber es half ja nichts - ich musste noch eine Nacht hier im Zimmer übernachten. Ich hab dann ein Handtuch unter die Haustüre geklemmt, damit der Spalt darunter verschlossen ist und mich ins Bett gelegt. Bin überraschend schnell eingeschlafen.


Mittwoch, 17.12.

Überraschenderweise habe ich relativ gut geschlafen und am nächsten Morgen war die Spinne weg. Bin dann um kurz vor 6 zum Treffpunkt gegangen und hab Sibu das Bild von der Spinne gezeigt. Er meinte, das sei eine Baboon-Spider gewesen (ist mit der Vogelspinne verwandt). Die seien nachtaktiv und das Loch, in dem sie sich tagsüber verkriechen, hätte er mir gestern bei unserer Pause gezeigt. Na dann...

Dann startete meine letzte Safari. Zuerst haben wir ein paar Wasserbüffel gefunden. Dann ist Phius wieder einer Leoparden-Spur hinterher gegangen, hat aber keinen gefunden. Danach haben wir eine Schildkröte entdeckt und schließlich das erste Highlight: Giraffen! Anschließend haben wir unsere Pause an einem Übungslager für Ranger gemacht und ich habe von Sibu eine Buschpflaume zum Probieren bekommen. Man musste die Haut aufbeißen und ausspucken. Dann konnte man das innere heraussaugen und um den Kern abknabbern. Sie war ziemlich bitter, aber eine interessante Erfahrung. Dann hat mich Sibu gefragt, ob ich den Elefanten noch sehen möchte. Es sei einer gesichtet worden, allerdings wär das ziemlich weit weg. Ich hab zugestimmt und dann sind wir da noch hingefahren und ich hab noch ein paar tolle Elefanten-Fotos bekommen.

Anschließend ging es zurück zur Lodge. Weil der Elefant so weit weg war, war ich eine halbe Stunde später als geplant dort und hab dann schnell noch gefrühstückt, bevor ich packen musste.

Danach wurde ich mit einem Transfer-Fahrzeug zurück zum Flughafen Skukuza gebracht. Der Flughafen war winzig, hatte aber eine tolle Atmosphäre, weil am Gate alles offen war und man sich so noch mitten im Busch gefühlt hat. Der Flug mit Airlink ging pünktlich um 13:35 Uhr und war sogar schneller als geplant in Johannesburg. Dann hab ich den Koffer geholt und hab ihn am CheckIn-Schalter gleich wieder aufgegeben. Die Zeit am Flughafen verging relativ schnell und mit ein bisschen Verspätung startete der nächste Flug mit Airlink nach Port Elizabeth (gegen 18:30 Uhr). Neben mir saß eine junge Südafrikanerin, die ziemlich nervös war. Nachdem ich Platz genommen hatte, hat sie sich den ganzen Flug über mit mir unterhalten. War echt nett! Die 1h 45min. vergingen schnell und trotz starkem Wind sind wir gut gelandet. Das hatte meine Sitznachbarin schon anders erlebt. Manchmal würden die Flugzeuge den Landevorgang auch abbrechen und durchstarten. Außerdem schürte sie meine Bedenken, was meine Sicherheit an der Küste anging, in dem sie sagte, dass sie mir wünschen würde, dass ich keine kriminellen Erfahrungen auf meiner Reise machen würde. Es wär wohl ganz normal, dass mal ab und zu etwas passieren würde… Na toll…

Nach dem ich meinen Koffer geholt hatte, bin ich zum Hertz-Schalter gegangen und hab meinen Mietwagen abgeholt: einen fast neuen, blauen VW T-Cross - genau wie ich's gebucht hatte! Auf dem Weg zur Unterkunft waren die Straßen alle gespenstisch leer. Kein Wunder, denn im Dunklen fährt hier niemand mehr, auch nicht die Einheimischen. Mann, was war ich froh, als ich das Beachwalk B&B erreicht hatte und mir der Nachtportier nach dem Klingeln das Tor auf machte. Er zeigte mir schnell das Zimmer und ich lud das Auto aus. Ich hatte Zimmer Nr. 1 bekommen, was so garnicht wie auf den Bildern im Internet aussah. Die Tagesdecke hatte undefinierbare Flecken, der Teppichboden auch und sicher erschien mir das Schloss an der Tür auch nicht zu sein. Wo war ich hier nur gelandet? Aber es ist ja nur für ein paar Nächte. Das werd ich schon irgendwie überstehen.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.