21.11.2025 - Alleine im Etosha Nationalpark
Heute hätte ich ausnahmsweise mal länger schlafen können, war aber um 06:00 Uhr hellwach. Dann habe ich mich in Ruhe fertig gemacht und bin frühstücken gegangen.
Nachdem ich das Auto beladen hatte, wollte ich auschecken. Es gab ein paar kleine Differenzen wegen der Rechnung, aber die waren schnell geklärt.
Dann habe ich den Reifendruck auf die Gravel Roads angepasst und bin Richtung Etosha Nationalpark gefahren. Die Beamtin am Eingangstor war relativ nett und hat mir gezeigt, was ich wo eintragen muss. Dann hab ich der Wache noch erklärt, dass ich keine Drohne und keine Plastiktüten dabei habe, und durfte weiterfahren. Da war die Kontrolle doch weniger schlimm als gedacht!
Im Namutoni Camp musste ich dann die Eintrittsgebühr entrichten: 200 N$ pro Tag, also 400 N$ für mich, weil ich im Park auf der anderen Seite übernachten wollte. Anschließend ging es los: Alleine durch den Nationalpark. Spannend! Ich habe Zebras, Springböcke, Oryxe und Strauße gesehen und an einem Wasserloch waren ganz entfernt noch ein paar Giraffen. Den anderen Tieren war es wohl zu heiß: zwischen 37 und 39 Grad zeigte das Thermometer an.
Ich bin relativ zügig von einem Wasserloch zum nächsten gefahren, aber alle waren verweist. Ziel war das Okaukuejo-Camp im Westen des Parks. Dort bin ich gegen 16:00 Uhr eingetroffen und war verwundert, dass die Rezeptionistin mit der Handytaschenlampe auf ihre Zettel leuchtete. „Sorry, but we are currently out of power.“ Ich kann euch sagen: Die Steigerung zu „kein Wasser“ ist „kein Strom“, denn daran hängt unglaublich viel: Die Computer für den CheckIn funktionierten nicht, Kartenzahlung funktionierte nicht, die Reservierung, die man im Restaurant bis 17 Uhr machen sollte, funktionierte nur auf Zetteln und letztendlich funktionierte auch das Wasser nicht, weil die Pumpe mit Strom betrieben wird. Auch der Supermarkt war ohne Strom. Kaltgetränke? Fehlanzeige. Und das bei 39 Grad.
Auf dem Zimmer angekommen stellte ich fest, dass überall Krabbeltiere (Käfer, Fliegen, Motten, Mücken) waren. Kein Wunder, denn unter der Eingangstüre war ein großer Spalt. Auch das Badezimmerfenster ließ sich nicht richtig schließen. Das Moskitonetz über dem Bett reichte leider nicht bis zum Boden und hatte Löcher - und das in der Malaria-Region! Ein Glück, dass ich die Profilaxe-Tabletten schon seit ein paar Tagen einnehme. Ohne Strom funktionierte natürlich auch die Klimaanlage nicht. Und die Handtücher waren fleckig… Ich war also in der ersten Horror-Unterkunft meiner Reise angekommen. Aber es half nichts: Das nächste Hotel war erst außerhalb des Parks und für eine Umbuchung war es zu spät. Also hab ich das Auto ausgeladen und mir die Umgebung angeschaut: Immerhin war das Wasserloch fast vor meiner Zimmertüre.
Um 18:30 Uhr ging es dann zum Abendessen an den reservierten Tisch. Ich hatte schon befürchtet, dass ich leer ausgehen würde, aber wie durch ein Wunder war der Strom plötzlich wieder da. Die Karte war leider sehr überschaubar, aber ich war mutig und hab mich für das Game Steak entschieden. Angerichtet wurde es mit ein bisschen verkochtem Reis, 2 Brokkoli-Röschen und 2 halben rote Beeten. Geschmacklich wars ok.
Danach bin ich zum Wasserloch und habe den Sonnenuntergang bewundert. Immer wieder kamen Tiere und stillten ihren Durst - man konnte sich einfach hinstellen oder auf eine Bank setzen und zuschauen. Total faszinierend! Es waren mehrere Nashörner, Zebras und Giraffen dort. Und nachts kamen dann auch noch 2 Elefanten. Die Raubkatzen ließen leider auf sich warten, sodass ich dann gegen 23 Uhr aufs Zimmer gegangen bin und versucht habe zu schlafen.


















