Fazit zu Indien

"Incredible India" - damit bewirbt das indische Tourismusministerium das Land. Und ich muss sagen: es stimmt! Indien ist wirklich einfach unglaublich! Es ist vollkommen anders als alles, was ich bisher gesehen habe. All die Dinge, die ich vorher über das Land gehört und gelesen habe, treffen zu: Indien ist laut, dreckig, chaotisch, farbenfroh, einzigartig und wunderschön. Die Erlebnisse lassen sich beschreiben, aber das Gefühl kann man nur erleben, wenn man dort ist.

Es war ein großer Traum von mir, das Taj Mahal einmal in meinem Leben live zu sehen. Dieser Traum hat sich erfüllt und es war genauso schön, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Allerdings hätte ich nicht erwartet, dass es noch so viele andere tolle Sehenswürdigkeiten gibt, die es sich anzuschauen lohnt. Ich hätte echt was verpasst, wenn ich nur nach Agra gereist wäre. Ich hatte mich bei meiner Route für das sogenannte 'Goldene Dreieck' entschieden - Delhi, Jaipur und Agra, mit einem Abstecher zum Ranthambore National Park. Für einen ersten Eindruck war das genau richtig. Aber das Land ist riesig und ich habe selbst dort im Norden, wo ich war, noch lange nicht alles gesehen, was es zu sehen gibt.

Man kann Indien natürlich auch individuell bereisen, aber ich war froh, dass ich mich für eine indische Reiseagentur und einen privaten Fahrer entschieden hab. So konnte ich mir genau das anschauen, was ich mich interessiert hat und preislich war das Ganze sogar günstiger, als wenn ich eine Busreise über eine deutsche Reiseagentur gebucht hätte. Wer wissen möchte, wo ich gebucht hab, kann sich gerne melden.

Irgendwann wird es mich vielleicht mal wieder nach Indien ziehen. Dann aber wahrscheinlich nicht im Winter, oder zumindest in eine andere Region, wo es wärmer ist. ;-)

 

Kurioses

  • Der Straßenverkehr ist einfach verrückt. Die Linien auf der Straße scheinen nur Dekoration zu sein und wer am lautesten hupt, gewinnt. So kann es vorkommen, dass auf einer 2-spurigen Straße 3 bis 4 Fahrzeuge nebeneinander fahren und dazwischen noch die Motorräder oder Roller. Ich war so froh, in diesem Chaos nicht selbst fahren zu müssen! Regeln scheint es zwar zu geben, aber sie entsprechen nicht unbedingt der Straßenverkehrsordnung. ;-)Für meine Verhältnisse bin ich erstaunlich ruhig geblieben, obwohl es mehrfach richtig knapp war - aber passiert ist nichts. Generell haben wir nur sehr wenige Unfälle gesehen, was dafür spricht, dass das System irgendwie zu funktionieren scheint.
  • Die hyghienischen Zustände sind sehr gewöhnungsbedürftig. Ich habe jeden Tag darauf gewartet, dass mich der 'Delhi Belly' erwischt und ich Durchfall oder eine Lebensmittelvergiftung bekomme. Aber erstaunlicherweise bin ich davor bewahrt geblieben.
  • Es wird immer gesagt, dass man sich eine Rolle Toilettenpapier in den Rucksack stecken soll, weil es in Indien oft keins gibt. Davon, dass man froh sein kann, auf einer Toilette überhaupt eine Toilettenschüssel und eine Klobrille vorzufinden, redet allerdings niemand. Die meisten Toiletten sind sogeannte Hocktoiletten: es gibt ein Loch im Boden und rechts und links davon 2 geriffelte Tritte für die Füße. Dazu ein Wasserschlauch, mit dem man sich den Hintern abspritzen kann - fertig.
  • Ich habe das Gefühl, den Hinduismus als Religion besser verstanden zu haben. Nicht, dass ich mich mit der Religion jetzt besser auskennen würde - das nicht! Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es für die dort lebenden Menschen sehr schwer ist, zu glauben, dass ein Gott alleine das ganze Chaos lenken kann, das dort herrscht.
  • In Delhi fahren die meisten Autos mit CNG (Erdgas) oder sind mit einem Hybrid aus Benzin und CNG ausgestattet, weil die Regierung versucht, gegen den Smog anzukämpfen. Das hat mich ein bisschen an unsere Umweltzonen und das Stuttgarter Dieselverbot erinnert. Der CNG-Tank in unserem Suzuki Dzire war allerdings so klein, dass er nur für ca. 200 km ausgereicht hat. Da war ich froh, dass er auch noch einen Benzin-Tank hatte.

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