06.01. - 07.01.2026 / Delhi
Dienstag, 06.01.
Nach dem Frühstück hab ich gegen 10:20 Uhr aus meinem Hotel in Abu Dhabi ausgecheckt und bin Richtung Dubai zum Flughafen aufgebrochen. Unterwegs musste ich zweimal tanken, weil ich die Strecke mit dem restlichen Benzin nicht mehr geschafft hätte und das Auto mit vollem Tank abgegeben werden musste.
Als ich am DXB-Airport ankam, hab ich die Mietwagen-Rückgabe nicht gefunden. Ich war zwar im richtigen Parkhaus, aber bei Europcar war kein Parkplatz frei. Nachdem ich dann noch eine Ehrenrunde über die zweite Ebene fahren musste und fast nicht wieder nach unten kam, hab ich das Auto dreist mitten in den Weg gestellt, bin ausgestiegen und hab im Europcar-Büro gefragt, wo ich hin muss. Die Frau hat dann gleich ihren Kollegen informiert und ich konnte das Auto ausladen. Zum Glück war damit alles in Ordnung, sodass ich endlich Richtung Terminal gehen konnte. Nun war es schon 13 Uhr, und um 15:15 Uhr sollte der Flieger starten. Nachdem ich mich im Flughafen durchgefragt hatte, wo ich hinmuss, wurde ich an den Self-Bagdropoff von Emirates in die Schlange gelotzt. Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis ich endlich an der Reihe war. Nachdem ich alles erfasst und bestätigt hatte, konnte das System aber den Code auf dem Aufkleber am Griff nicht einscannen. Habs mehrfach versucht, aber es ging einfach nicht. Auch die Servicekraft der Airline hat es nicht hinbekommen - also sollte ich mit meinem Koffer wieder woanders hin. Als ich beim nächsten Schalter angekam, waren es nur noch ein paar Minuten, bis die Zeit für die Kofferaufgabe für meinen Flug abgelaufen gewesen wäre. Sie hat mir dann aber zum Glück schnell weitergeholfen und das vierte (!) Aufkleberband an den Griff geklebt. Dann sollte ich den Koffer am einem anderen Schalter aufgeben - ein Glück war da keine Schlange mehr.
Danach musste ich ja noch ausreisen (Passkontrolle) und durch die Sicherheitskontrolle, wo auch wieder jede Menge los war. Als ich endlich bei meinem Gate ankam, wurde mein Flug schon ausgrufen. Was für ein Stress!
An meinem Platz angekommen wurde ich von einem kleinen Mädchen und ihrer Mutter mit großen Augen angeschaut und gefragt, ob ihr Ehemann vielleicht mit mir tauschen könnte. Ich hatte zugestimmt, obwohl ich eigentlich einen Festerplatz gehabt hätte und nun in der mittleren Reihe mittendrin saß. Erst hab ich mich über mich selbst geärgert, aber dann hab ich ans Karma gedacht und mich gleich besser gefühlt - schließlich geht es nach Indien! ;-)
Der Flug ansich war aber ruhig und hat nur 2h 20min gedauert. So schnell wie bei diesem Flug hab ich allerdings noch nie jemanden im Gang stehen sehen. Das Flugzeug hatte gerade aufgesetzt, da stand schon der Erste auf und öffnete das Gepäckfach über sich - noch während des Bremsvorganges!! Die Durchsage der genervten Flugbegleiterin, er solle sich doch bitte wieder hinsetzen, hat ihn nicht interessiert. Dann taten es ihm die anderen gleich und plötzlich standen beide Gänge voller Menschen, da war das Flughafengebäude noch lange nicht in Sicht.
Die Einreise nach Indien verlief problematisch, weil sie das eVisum und die eArrival-Card 'natürlich' ausgedruckt vorgelegt haben wollten und ich beides nur auf dem Handy hatte. Außerdem konnten meine Fingerabdrücke nicht gescannt werden - warum auch immer. Naja, irgendwann hab ich dann doch den Stempel in den Pass gedrückt bekommen und durfte durch.
Nachdem ich meinen Koffer geholt hatte, wurde ich draußen schon erwartet: mein Fahrer Sanjay stand mit einem Schild (mit meinem Namen drauf) vor dem Ausgang und nahm mir gleich meinen Koffer ab. Er hatte 2 Stunden bei 10 Grad in der Kälte gestanden, weil die Fahrer den Flughafen nicht betreten dürfen. Trotzdem war er gut gelaunt und hat mich zum Auto gebracht: ein Suzuki Dzire. Dann fuhr er mich zum Hotel. Unterwegs hat er noch seinen Chef angerufen und mir das Handy weitergereicht. Lawahar wollte hören, ob alles in Ordnung sei. Hab ihm das bestätigt und dann wurde ich ins Hotel Florence Inn gebracht. Das Zimmer sah wie erwartet ziemlich oll aus, aber es war sauber und ok. Nur war es ziemlich kalt - die Heizung war nicht an, und es hat ewig gedauert, bis ich sie ans laufen gebracht hatte.
Mittwoch, 07.01.
Die Nacht war angenehm und weniger kalt als befürchtet. Aber ich war noch ziemlich müde, als der Wecker geklingelte. Bin dann erst um kurz vor 8 aufgestanden und hab mir beim Fertigmachen so viel Zeit gelassen, dass es fürs Frühstück nicht mehr gereicht hat. War aber nicht schlimm - ich hatte eh keinen Hunger. Vermutlich war ich zu aufgeregt.
Um 09:00 Uhr wurde ich in der Lobby meines Hotels vom Chef der indischen Reiseagentur begrüßt und herzlich willkommen geheißen. Er hat mir ein bisschen was zur Reise erzählt und dann konnte ich den Reisepreis per Kreditkarte zahlen. Danach konnte es losgehen: eine ganztägige Stadtrundfahrt durch Delhi stand für heute auf dem Programm.
Draußen wurde ich bereits von Sanjay erwartet. Als erstes hat er vor einem Hindu-Tempel angehalten und meinte, ich könne ein paar Bilder machen. Er hat in der Zeit gebetet und mir später erklärt, dass das der Tempel sei, vor dem man morgens sein Gebet spricht, damit man Glück hätte an diesem Tag. Na, wenn das so einfach ist… ;-)
Danach schlug er einen Halt vor, um einen lokal gemachten Ingwer-Chai-Tee zu trinken. Als ich zugestimmt hat, hat er irgendwo am Straßenrand angehalten und ist mit mir zu einer Teeküche am Straßenrand gegangen. Auf einem Gaskocher kochte ein Mann einen Chai-Tee und es war einiges los. Sanjay meinte, dass der Tee so beliebt sei, dass die Leute teilweise 10 km fahren würden, um ihn hier zu trinken. Außerdem wären dort 6 Leute beschäftigt, die täglich 100 Liter Milch für den Tee verbrauchen würden. Erst war ich skeptisch (besonders was die Hyghiene anging), aber dann hab ich mich drauf eingelassen und der Tee schmeckte köstlich!
Dann ging es weiter zum India Gate. Er hat mich aussteigen lassen, mir die Richtigung gezeigt und gesagt, wenn ich fertig bin, sollte ich ihm bei WhatsApp eine kurze Nachricht schicken. Es war garnicht so leicht, den richtigen Weg zu finden, weil zwischen dem Gate und mir eine große, stark befahrene Straße war. Aber als ich die Unterführung gefunden hatte, wars ok. Für das bessere 'Indien-Feeling' gibt es hier ein kurzes Video (bitte mit Ton anschauen):
Danach hab ich Sanjay wie vereinbart eine Nachricht geschickt und gerade als mich verschiedene Tuk-Tuk-Fahrer überzeugen wollten, bei ihnen einzusteigen, kam er. Das nächste Ziel war der Humayun-Tomb. Er meinte, hier könnte ich mir ruhig 1,5 - 2 Stunden Zeit lassen. Hab den Eintritt gezahlt (600 Rupien = 6 €) und bin rein gegangen. Was ich nicht wusste war, dass es dort mehr als nur ein Gebäude gab, was man sich anschauen konnte. Und so hab ich mir Zeit gelassen und alles genau besichtigt. Als ich dann beim eigentlichen Tomb ankam, hat es mir fast die Sprache verschlagen. Genauso hatte ich mir Gebäude wie das Taj Mahal vorgestellt! Nur das hier vergleichsweise wenig los war und ich genügend Zeit für viele Fotos hatte. Es war sehr beeindruckend und die Stimmung war kaum zu beschreiben. Wahnsinn, was für eine Aura solche Gebäude haben.
Dann ging’s zum Mittagessen. Sanjay wollte mir was Lokales zeigen, wo es frisches Garlic Naan und Lamb Curry gibt - aber da ich kein Lamm mag, war das nichts. Hab ihn dann gefragt, ob er was kennt, wo es Hähnchen Curry ohne Knochen gibt. Da wusste er dann, wo er mich hinbringen würde: in ein Touri-Restaurant. ;-) Als wir ankamen, war es ziemlich voll und ich musste auf einen freien Tisch warten. Irgendwann durfte ich rein, wurde an einen Tisch gesetzt und hab die Speisekarte bekommen. Als ich aufschaute, saß plötzlich ein weiterer Mann mit am Tisch, der genauso überrascht war wie ich. Es war ein Brite aus Wales, der auch alleine unterwegs war und von seinem Tourguide in dieses Restaurant verfrachtet wurde. :-) Wir haben uns gut unterhalten. Bestellt hab ich das Chicken Korma mit Reis, aber das Hähnchen war zwar ohne Knochen, aber von der Konsistenz her schrecklich. Da sah Butter Chicken am Nachbarteller wesentlich leckerer aus. Naja, vielleicht dann beim nächsten Mal. Insgesamt war die Mittagspause aber schön und lecker.
Danach fuhr Sanjay mich zum Lodi Garden. Weil Winter war, blühten leider keine Blumen, aber die Gebäude waren schön und die Sonne stand toll. Als ich fertig war, gings zum Sadarjung Tomb - ebenfalls sehr erhaben und beeindruckend.
Anschließend gab es nochmal einen Chai bei dem Mann von morgens und dann wollte Sanjay mir noch einen Spice Market zeigen. Ich dachte an einen Markt mit aufgehäuften Gewürzen und stimmte zu, aber es war ein ganz normaler Laden, der Tee und Gewürze verkaufte. Dort hatte ich mich für einen Chai und ein Chicken-Curry-Pulver entschieden. Der Verkäufer hat mir aber noch einen zweiten Tee aufgeschwätzt und dann einen ganz komischen Betrag in das Gerät eingegeben. Hab dann ein paar Mal gefragt, wie sich der zusammensetzt, aber er meinte, das würde an den Steuern liegen. Hier wurde ich also definitiv über den Tisch gezogen.
Danach wurde ich noch zu einem Laden gefahren, der von Teppichen über Schmuck bis T-Shirts und Souvenirs alles hatte. Die Verkäufer waren anstrengend und da ich mich ja schon im letzten Laden abzocken gelassen hatte, hab ich dann den Laden auch schnell wieder verlassen. Sanjay wirkte überrascht, meinte aber, er wollte mir so eine Art Laden nur mal zeigen… Jaja, bestimmt wäre da eine Provision für ihn rausgesprungen. Aber da musste ich ihn enttäuschen.
Dann hat er mich zum Hotel gefahren, wo ich gegen 18:20 Uhr wieder ankam. Das war ein ziemlich langer Tag - aber er war schön und anstrengend gleichzeitig. Morgen gehts dann nach Jaipur. Bin gespannt, wie das wird…

































