16.01. - 17.01.2026 / Thimphu
Freitag, 16.01.
Die Nacht im Novotel Aerocity in Delhi war gut. Das Bett war total bequem und ich hab bis zum Wecker geschlafen. Nach dem Fertigmachen bin ich zum Frühstück gegangen. Das Restaurant war toll und die Auswahl gigantisch - wow! Nur schade, dass ich kaum Zeit hatte, weil ich mein Uber für 08:30 Uhr bestellt hatte.
Es brachte mich innerhalb von nur 10 Minuten zum Terminal 3. Dort musste ich dann meinen Pass und mein Ticket an der Tür vorzeigen, um die Flughafen überhaupt betreten zu dürfen. Hab mir dann einen ruhigen Platz gesucht und ein bisschen gelesen, bis die Schalter von Drukair aufgemacht haben und hab meinen Koffer aufgegeben.
Dann bin ich zum Glück direkt weiter zur Sicherheitskontrolle gegangen, denn die war heftig: die Leute standen unkontrolliert an mehreren Schleusen und man kam nicht an die Kisten ran, in denen man seine Sachen verstauen sollte. Hab mich dann durchgekämpft und mir 2 Kisten besorgt. Es gab niemanden, der Infos darüber gegeben hat, was man aus den Rucksäcken holen musste, also hab ich wie üblich die Kamera und den Laptop rausgenommen und mich angestellt. Ich selbst bin auch gut durch die Kontrolle gekommen - mein großer Rucksack aber leider nicht. Ich sollte ihn aufmachen und musste alles ausräumen: den Schirm musste ich aufspannen, den Adapter erklären und sogar das LED-Licht wurde angemacht. Er hat auf der Verpackung etwas spitzes gesehen und wollte es einbehalten, aber ich habs ihm dann mehrfach erklärt, dass es sich dabei nur um den Aufstellmechanismus handelte. Nachdem mein Rucksack noch 2x durchleuchtet wurde, durfte ich endlich wieder alles einpacken. Mann, was war ich froh, endlich aus diesem Chaos draußen zu sein!
Auf dem Weg zum Gate wollte ich mir noch eine Flasche Wasser kaufen. Das war allerdings schwieriger als gedacht: in den Geschäften gab es nichts, deshalb bin ich zu einem Automaten gegangen. Auswählen konnte ich die Flasche auch, aber bezahlen war schwer: er nahm weder Bargeld noch Karte. Stattdessen musste man mit seinem Handy einen QR-Code scannen und einen Bezahldienst auswählen. Dann musste man sich dort registrieren mit sämtlichen Daten - und man hatte insgesamt nur 5 Min. Zeit, um den Vorgang abzuschließen! Den Timer hatte man am Automatendisplay immer vor Augen. Irgendwann hab ich die ApplePay-Schaltfläche entdeckt und damit konnte ich dann endlich bezahlen. Und was hat der Spaß gekostet? 9 INR = 0,09 € für 500 ml Wasser am Flughafen. ;-)) Danach hab ich mich ans Gate 12A gesetzt und auf das Boarding gewartet. Ich war ziemlich aufgeregt, weil ich schon so viel gelesen und gesehen hatte über die Landung in Paro, weil der Flughafen in einem Tal umgeben von hohen Bergen (den Ausläufern des Himalaya) liegt und dort nur ganz bestimmte Piloten landen dürfen, die speziell ausgebildet sind.
Irgendwann begann das Boarding und ich war überrascht, wie sauber und ordentlich es in der alten Maschine war. Der Platz neben mir ist frei geblieben und wir sind relativ pünktlich um 12:45 Uhr gestartet. In der Luft war es toll, weil wir ziemlich nah am Himalaya-Gebirge vorbeigeflogen sind und ich von meinem Fensterplatz eine tolle Aussicht auf die Berge hatte. Einer davon sollte der Mount Everest sein, aber erkannt hab ich ihn leider nicht. Dann setzte das Flugzeug zur Landung an und es war total spannend, wie nah die Tragflächen an den Bergen vorbei flogen. Aber es war gutes Wetter und die Landung war sanft - da konnte ich wieder ausatmen. Um 15:00 Uhr rollten wir zum Flughafengebäude, welches total schön war. Nach dem aussteigen wurde man gleich von der königlichen Familie auf einer Tafel begrüßt. Das Gepäckband war mit bhutanischen Gebäuden dekoriert und die ganze Ankunftshalle hatte ein tolles Flair.
Die Einreise verlief problemlos und draußen wurde ich freundlich von 2 Männern begrüßt, die mich gleich erkannt hatten. Sie hatten das Schild der Reiseagentur Heinz in der Hand und sind mit mir zum Auto gegangen. Die beiden sind Tshering (mein Guide) und der Fahrer - sie werden mich die ganze Zeit begleiten und mir ihr Land zeigen - toll! Das Auto war ein alter Toyota Prada mit Plüschsitzen, aber sie waren bequem. Dann wurde ich nach Thimphu (der Hauptstadt von Bhutan) gefahren und zu meinem Hotel gebracht, dem Jambayang Resort. Dort wurde ich vom Inhaber in Empfang genommen und mein Gepäck wurde gleich ins Zimmer gebracht: ich bekam die Suite mit einem supertollen Blick auf die Stadt. Leider war das Zimmer eiskalt, obwohl es 2 Heizungen gab, die auch an waren. Hab dann später gesehen, dass das Badezimmerfenster offen war und ich hab es nicht schließen können. Also hab ich Bescheid gegeben und es kamen gleich 2 Leute, die sich das Problem anschauen wollten. Lösen konnten sie es aber nicht. Sie legten lediglich ein Handtuch davor, was natürlich überhaupt nichts brachte. Dann kam noch der Chef und erklärte mir, dass das in jedem Zimmer so sei. Im Sommer wär das auch echt gut wegen der Luftzirkulation - aber jetzt, bei 0 bis -2 Grad im Winter?? Daran scheint wohl niemand gedacht zu haben. Ich hab dann für den Schlafraum einen weiteren Heizkörper bekommen - im Bad war es weiterhin so kalt wie draußen.
Um 19 Uhr bin ich zum Abendessen ins Hotel-Restaurant gegangen. Das war toll: mir wurden verschiedene Speisen serviert, die ich alle probiert hab (bis auf die Linsensuppe). War sehr lecker!
Samstag, 17.01.
Die Nacht war seltsam: ich war immer wieder wach und es hat jedes Mal gedauert, bis ich wieder einschlafen konnte. Um 07:00 Uhr klingelte der Wecker und ich hab noch eine Weile gebraucht, bis ich aufstehen wollte. Dann bin ich ins Bad und hab gemerkt, dass das Wasser nicht läuft. Es kam kein einziger Tropfen aus dem Hahn! Na das ging ja gut los… Nachdem ich mich rasiert hatte, hab ichs nochmal versucht. Da kam ein bisschen was raus, aber bei weitem nicht genug, um sich zu duschen oder auch nur vernünftig das Gesicht zu waschen. Also hab ich mich angezogen und bin zum Frühstück.
Der Inhaber kam und hat sich mit mir unterhalten. Er meinte, er hätte vergessen, mir zu sagen, dass ich den Wasserhahn nachts laufen lassen müsste, damit das Rohr nicht einfriert. Wie? Die ganze Nacht? Ja, scheint so. Tolle Lösung, oder? Und so umweltschonend... :-((
Pünktlich um 09:30 Uhr wurde ich abgeholt und wir fuhren auf den Dolcha-Pass. Bei strahlend blauem Himmel hatten wir eine tolle Sicht bis zum Himalaya-Gebirge. Dann haben wir uns die 108 Chorten genauer angeschaut und der Guide hat mir einiges dazu erzählt, warum diese Zahl in Bhutan eine große Rolle spielt (hab nur leider kaum was verstanden). Anschließend haben wir im Café etwas getrunken. Für mich gab es einen Honig-Tee (Schwarztee mit einem Löffel Honig) und für die beiden anderen eine Tasse Kaffee.
Dann gings wieder zurück durch die vielen Kurven. Wir haben noch an einem Aussichtspunkt angehalten und sind dann zur großen goldenen Buddha-Figur, die oben auf dem Berg hoch über der Stadt sitzt. Es war beeindruckend, der 51,5m hohen Figur näher zu kommen. Dann sind wir rein gegangen, wo man leider keine Bilder machen durfte. Im Inneren waren nochmal ca. 125.000 kleine Buddha-Figuren, die in Regalen in den Wänden saßen. In der Mitte des Raumes saß ein Buddha mit 4 Gesichtern: jedes davon zeigte in eine Himmelsrichtung. Davor waren verschiedene Altäre und der Guide erklärte mir alles mögliche. U.a. auch von heiligen Kuchen, die von Mönchen gebacken werden und abends dann an Kühe verfüttert werden. Bloß nicht an Schweine - die stehen für Ignoranz!
Danach sind wir über den großen Vorplatz und die Treppe hinunter gegangen. Dort stand schon der Fahrer, der uns zum Mittagessen gefahren hat.
Es gab ein traditionelles bhutanisches Mittagessen in einem traditionellen, alten Haus. Wir saßen auf Kissen auf dem Boden und hatten einen niedrigen Tisch. Dort wurden uns verschiedene Sachen serviert: ein Butter-Tee mit Knusperreis, eine Schüssel Reis, Käse-Chillies, eine Spinatsuppe, irgendwas mit Beef, ein Chilli-Salat (sehr scharf), Spinat, Gemüse (Kartoffeln, Karotten, Bohnen) und Hähnchen (mit Knochen). Bis auf das Hähnchen hab ich alles probiert. Der Fahrer hat mit den Händen gegessen, während der Guide und ich es mit dem Holzlöffel versucht haben. War aber lecker, besonders die Käse-Chillies!
Nach dem Essen sind wir rausgegangen und haben den Chef der bhutanischen Reiseagentur getroffen. Er hat mich auf deutsch begrüßt und gefragt, ob alles in Ordnung sei - sehr nett!
Dann sind wir zum Takin-Zoo gefahren und haben uns das Nationaltier, ein Tier mit einem Ziegenkopf und einem Kuh-Körper, angeschaut. So ein Tier hatte ich wirklich bisher noch nicht gesehen. Dann sind wir zu einem Aussichtspunkt und haben auf einen Dzong geschaut. Anschließend gings zum Textil-Museum, wo man die Herstellungsprozesse der traditionellen Kleidung (Mann: Gho / Frau: Kira) vermittelt bekam. Die Ausstellung war aber nicht wirklich groß, deshalb sind wir dann weiter zur Papier-Fabrik. Dort wurde gezeigt, wie aus Baum-Rinde per Hand Papier hergestellt wird - sehr interessant!
Um 17 Uhr wurde ich zurück ins Hotel gebracht. Die Reinigungskraft hat die Heizung laufen lassen, sodass es schön warm war. Hab dann die Tür zum Bad aufgemacht und erstmal geduscht. Zum Abendessen hatte ich eine Nudelsuppe mit Gemüse bestellt, weil ich nicht so viel Hunger hatte.









































